Zur Covid-19 Situation in Indien

Bericht von Dr. Geetha Krishnan,
WHO Genf

Seit dem Ausbruch von COVID-19 folgt die große Mehrheit der Menschen in Indien ayurvedischen, homöopathischen und anderen traditionellen Medizinsystemen,
um die Krankheit zu verhindern oder zu bekämpfen.
Das AYUSH-Ministerium hatte Richtlinien für Ayurveda-Praktiker für COVID-19 veröffentlicht, die von der Vorbeugung
bis zu Wiederherstellungsmaßnahmen
nach COVID reichen.

 

AYUSH hatte auch einen Aufruf zur Durchführung von Studien für COVID-19 Interventionen gegeben. 112 AYUSH-Studien sind bisher beim ICMR (Indian Clinical Trials Registry) registriert. Wir wissen aber auch, dass abgesehen von diesen Studien mehrere Kliniken und Praktiker in ihren Einrichtungen Patienten umfassend behandeln und detaillierte Aufzeichnungen führen.

Schon recht früh in der Pandemieperiode wurde beobachtet, dass verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedlich auf das Virus reagierten. Während die reicheren und westlicheren Nationen und Bevölkerungen größere Morbiditäts- und Mortalitätsraten erlitten haben, haben ärmere Nationen in dieser Hinsicht viel besser abgeschnitten, trotz höherer Bevölkerungszahlen und Bevölkerungsdichten. Die USA und Europa scheinen schwerere Krankheiten und Folgen zu haben. Vorindustrielle afrikanische Bevölkerungen und einige südamerikanische Bevölkerungen haben nachweislich sehr unterschiedliche Lebensstile und Interventionen, und in diesen Bevölkerungen gibt es wenig oder keine Morbidität und Mortalität. Indien hat im Vergleich zu anderen Ländern viel besser abgeschnitten und die ayurvedischen Interventionen scheinen einen signifikanten Einfluss auf die Reduzierung von Morbidität und Mortalität zu haben.

Obwohl es bisher keine Veröffentlichungen der Ergebnisse der ayurvedischen Studien gibt, wissen wir aus vorläufigen Berichten und Gesprächen mit Forschern, dass diese Interventionen bemerkenswerte Ergebnisse sowohl in der Prophylaxe als auch in der Therapie erzielt haben. Die Studien reichten von 180.000 Probanden bis zu Einzelfallbeobachtungen. Die Inzidenzraten sind in den Interventionsgruppen im Vergleich zu den Kontrollgruppen im Falle der Prophylaxestudien signifikant gesunken, während die therapeutischen Interventionen eine schnellere Genesung und praktisch keine Progression zu schweren Komplikationen gezeigt haben. Post-COVID-Symptome und Mortalität scheinen ebenfalls gemildert oder verhindert zu werden.

Einige der wichtigsten Studien, die unter der Schirmherrschaft von AYUSH durchgeführt wurden:

Insgesamt 112 Studien wurden durch CCRAS, AIIA und andere Institute durchgeführt. Die meisten fallen unter Ayurveda, einige Studien betrafen Homöopathie, Siddha- und Unani-Systeme der Medizin. Dr. Nesari beschrieb den Erfolg der prophylaktischen Studie mit der Polizei von Delhi und hob die Tatsache hervor, dass dort, wo die täglichen Inzidenzen zwischen 300-700 pro Tag lagen, diese nach der Intervention auf eine einstellige Zahl zurückgingen. Diese Daten wurden mit denen der allgemeinen Bevölkerung verglichen, da das Polizeipersonal auch unter diese Kategorie fällt. Bei der Gruppe, die ayurvedsich behandelt wurde, konnte interessanterweise auch festgestellt werden, dass einige bei einer stichprobenartigen Überprüfung COVID-positiv waren (Antikörper), jedoch ohne klinische Präsentation oder Symptome. Dies kann ein Ergebnis der verbesserten Immunität sein, die durch die Eingriffe verursacht wurde. Bei der klinischen Prüfung der Therapie wurde auch festgestellt, dass keiner der Patienten Unterstützung durch ein Beatmungsgerät benötigte, obwohl dieses vorhanden war. Die Krankheit entwickelte sich bei keinem der Patienten zu ernsthaften Komplikationen.

Guduchi (Tinospora cordifolia), Ashwagandha (WIthania somnifera) und AYUSH 64 waren die Hauptbestandteile von fast allen Interventionen.  Guduchi hat sich als ein sehr starker Kandidat herausgestellt, nicht nur als Prophylaktikum, sondern auch als COVID-Medikament.

"AYUSH Sanjeevani" – die COVID App der indischen Regierung über die 200 Millionen Menschen kontaktiert wurden, um ihr Feedback über ihre Reaktion auf AYUSH-Interventionen zu erhalten, ergab, dass 89% der Teilnehmer von dieser App  profitiert haben. Diese wird weiter ausgewertet.

Eine der größten prophylaktischen Studien mit 80.000 Angehörigen der Polizei von Delhi, die das AYUSH Raksha Kit verwendeten - ein präventives Kit, das auf drei Ebenen wirkt: (1) Verhinderung des Eindringens des Virus in den Körper durch die Verabreichung von Öl (Anu Tailam) in die Nase; (2) Verhinderung der viralen Replikation unter Verwendung von Kräutern, die antivirale und entzündungshemmende, antioxidative Eigenschaften haben; (3) zur Minimierung der Zielorganschäden unter Verwendung von Shamshamani Tabletten und Chyavanaprash.

Klinische Studien an leicht bis mäßig infizierten Patienten unter eigenständiger ayurvedischer Therapie: Die Therapien waren ganzheitlich und beinhalteten Yoga, Meditation und Erholungsinterventionen. Kürzere Genesungszeit und null Sterblichkeit waren die Highlights.

84 prophylaktische und klinische Studien wurden vom CCRAS im ganzen Land durchgeführt. Die meisten davon sind prophylaktische Studien. Mehr als 60 Prozent der klinischen Studien sind randomisierte kontrollierte Studien.

Ashwagandha, Guduchi und AYUSH Raksha Kit waren die wichtigsten untersuchten Kräuter/Formulierungen. Eine große Studie im Land mit mehr als 180.000 Studienpopulationen ist im Gange. Mindestens 15 Zentren sind an dieser Studie beteiligt. Dies ist eine der größten Studien im Lande bisher. In den Ashwagandha- und Guduchi-Studien wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Schutzrate von mehr als 99,9 Prozent beobachtet. Sie sind auch gut verträglich und sicher.

Andere Interventionsstudien wurden mit Guduchi + Pippali und AYUSH 64 durchgeführt. Dies sind kollaborative multizentrische Studien. Diese Interventionen wurden gut vertragen und waren eigenständige Interventionen, die im Vergleich zu den Kontrollgruppen gute Ergebnisse lieferten. Die durchschnittliche Zeit bis zur RT-PCR-Negativität beträgt sechs bis sieben Tage und der Krankenhausaufenthalt auf 4 bis 5 Tage.

Post-COVID-Management-Studien. Ein Standardprotokoll wurde entwickelt. Agastya- Haritaki-Rasyana und Ashwagandha werden verwendet. Immunologische Profile, Lebensqualitätsindizes und andere Parameter werden untersucht.

Weitere Analysen und molekulare Studien werden durchgeführt.

Ayurvedische Arzneimittel für COVID wie Guduchi und Ashwagandha wurden mithilfe eines Screenings mit sehr hohem Durchsatz auf CDAC-Supercomputern analysiert, um nach Molekülen in diesen Pflanzenextrakten zu suchen, die die Proteine, auf die sie abzielten, effektiv binden könnten. Die Phytochemikalien in diesen Pflanzenzubereitungen banden genau den gleichen Punkt, an dem Remdesivir bindet. Diese Medikamente sind nicht nur Immunverstärker, sondern wirken auch auf die viralen Proteine. Einige dieser Ergebnisse werden veröffentlicht, andere sind in Vorbereitung. Die Auswirkungen wurden von einer Reihe von Menschen auf der ganzen Welt erkannt.

sowie Dr. Mahesh Thakur